Die Bestandteile und assoziierten Objekte der Montanregion

- Was das Erzgebirge zum Welterbe macht -

Insgesamt besteht das Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří aus 22 Bestandteilen – 17 auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite. Die ausgewählten Denkmale, Natur- und Kulturlandschaften repräsentieren gemeinsam die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus. Jeder Bestandteil umfasst wiederum verschiedene Einzelobjekte und Landschaften. Neben über- und untertägigen Sachzeugen des Montanwesens sind auch historische Stadt- und Bergbaulandschaften, wie zum Beispiel Haldenzüge, inbegriffen. Zur umfassenden Vermittlung des montanhistorischen Erbes der Region wurden darüber hinaus weitere Standorte als „assoziierte Objekte“ benannt.

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Nur in der Verbindung aller 22 Bestandteile liegt die Bedeutung der Welterbestätte im Sinne der UNESCO begründet.

 

Die 22 Bestandteile der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří


Viele dieser Orte sind heute lebendig und laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, das Welterbe hautnah zu erleben. Ob unter Tage oder über Tage, beim Wandern durch beeindruckende Landschaften oder beim Eintauchen in die Geschichte in Museen und Besucherbergwerken – das Erzgebirge zeigt sich in all seinen Facetten. Hier finden Sie die 22 Bestandteile des UNESCO-Welterbes in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří – entdecken Sie, was uns so besonders macht!

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Landschaftsschutzgebiet
Bergbaulandschaft Buchholz: Zinn|Uran
Die Bergbaulandschaft südwestlich von Buchholz ist Zeugnis für den Zinnbergbau vom 15. bis ins späte 18. Jahrhundert inmitten einer Silber-Bergbaulandschaft. Die Bergbauaktivitäten führten 1501 zur Gründung der Bergstadt „St. Katharinenberg im Buchholz“, die sich in Konkurrenz zur benachbarten Bergstadt Annaberg entwickelte.
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Landschaftsschutzgebiet
Bergbaulandschaft Ehrenfriedersdorf: Zinn
Hier wurde im 16. Jhd. das Wasserpumpsystem „Ehrenfriedersdorfer Kunstgezeug“ entwickelt, dass ungefähr 200 Jahre lang als weltweit dominierende Technologie zur Wasserhaltung eingesetzt wurde. Die Bergbaulandschaft ist ein herausragendes Zeugnis des Bergbaus auf Zinnerze, die ab dem 13. Jahrhundert am Sauberg abgebaut wurden.
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Landschaftsschutzgebiet
Bergbaulandschaft Eibenstock: Zinn
Die hohe Dichte an eingestürzten Schächten, Seifenfeldern, über- und untertägigen Bergwerken, Verarbeitungsstätten und ehemaligen Gräben sowie von archäologischen Überresten der Erzzerkleinerungsstätten, der Köhlereien und der Erztransportwege, zwischen denen überall kleine landwirtschaftliche Flächen liegen (14. bis in das 19. Jahrhundert), ist bemerkenswert. Die Bergbaulandschaft Eibenstock zeigt eindrucksvoll den großflächigen und langanhaltenden Zinnerzabbau, der vom 14. bis 19. Jahrhundert andauerte.
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Archäologische Stätte
Bergbaulandschaft Hoher Forst - Halden- und Pingen
Das Gebiet weist über 160 typisch trichterförmige Pingen auf, die sich größtenteils in zwei parallel verlaufende Pingenzüge gruppieren sowie Bodenstrukturen, die auf eine mittelalterliche Turmhügelburg und eine befestigte Siedlung verweisen.
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Landschaftsschutzgebiet
Bergbaulandschaft Jáchymov: Silber|Uran
Jáchymov war für eine kurze Zeit im 16. Jahrhundert das wichtigste Silberabbaugebiet im Erzgebirge, Europa und der Welt. Der Bestandteil ist neben dem Silberbergbau eng mit der Entdeckung der radioaktiven Elemente Radium und Polonium durch Marie und Pierre Curie und der Uran-Ära Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verknüpft.
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Landschaftsschutzgebiet
Bergbaulandschaft Lauta: Silber
Die Bergstadt Marienberg ist ein außergewöhnliches Zeugnis einer planmäßigen Bergstadt, die zum ersten Mal auf freiem, noch unbebauten Land in unmittelbarer Nachbarschaft zu reichhaltigen und vielfältigen Erzvorkommen gegründet wurde. Die Stadtplanung erfolgte nach dem Vorbild der Renaissance, die hier erstmals nördlich der Alpen bei einer Stadtgründung zur Anwendung kamen. Sowohl die Stadt Marienberg als auch die Bergbaulandschaft stehen für die finale Phase der Stadt- und Landschaftsentwicklung im Erzgebirge in Verbindung mit dem Silberbergbau im 16. Jahrhundert.
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Landschaftsschutzgebiet
Bergbaulandschaft Pöhlberg: Silber
Die Bergwerke am Pöhlberg entwickelten sich zu den wichtigsten Silber-Kupfer-Bergwerken in der Region. Die hier abgebauten silberhaltigen Kupfererze wurden im Saigerhüttenkomplex Grünthal verarbeitet, welcher sich ebenfalls ab 1550 im Besitz der Unternehmerfamilie Uthmann befand.
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Landschaftsschutzgebiet
Bergbaulandschaft Schneeberg: Kobalt
Die erhaltenen montanen Sachzeugen sind ein herausragendes Zeugnis der führenden Rolle des Erzgebirges im Abbau und der Verarbeitung von Kobalterzen vom 17. bis zum 18. Jahrhundert. Die Gründung der Bergstadt Schneeberg steht zwar mit der Gewinnung von Silber in einem Zusammenhang, aber ihr heutiges barockes Erscheinungsbild verdankt sie dem Kobaltbergbau.
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Die 19 assoziierten Objekte der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří


Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist mehr als die Summe ihrer offiziellen Welterbebestandteile. Über viele Jahrhunderte hinweg hat der Bergbau nicht nur die Landschaft geformt, sondern auch eine ganze Region geprägt. Um das reiche montanhistorische Erbe in seiner ganzen Bandbreite zu vermitteln, wurden ergänzend zu den 22 Bestandteilen weitere bedeutende Orte als sogenannte „assoziierte Objekte“ benannt. Sie gehören nicht offiziell zum UNESCO-Welterbe, sind aber eng mit der Geschichte, Entwicklung und Identität der Montanregion verbunden. Viele dieser Objekte sind öffentlich zugänglich und laden Besucherinnen und Besucher ein, noch tiefer in die Welt der Montanregion einzutauchen.

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Denkmal
Bergarbeiterkrankenhaus Erlabrunn
Für den Uranbergbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neben den Produktionsgebäuden auch soziale und administrative Gebäude errichtet. Die enorme Größe des Bergarbeiterkrankenhauses zeigt die Intensität und den Stellenwert des Uranerzbergbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
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Berufsschule
Bestecke- und Silberwarenfabrik Wellner Aue
Das Argentan bildete die Grundlage für die Entwicklung der bedeutenden Auer Besteck- und Tafelgeschirrfabrikation durch den Unternehmer Christian Gottlieb Wellner (1795-1857). Die hochwertigen Produkte der Bestecke- und Silberwarenfabrik Wellner wurden weltweit verkauft.
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Denkmal
Eisenhütte Schmalzgrube - Herrenhaus
Von der Eisenhütte Schmalzgrube sind das Hammerherrenhaus und der Hochofen erhalten. Das Hammerherrenhaus wurde im Jahr 1766 als massives, zweigeschossiges Gebäude errichtet. Der Eingang liegt mittig in der Fassade der Südseite. Über dem Eingangsportal ist ein Gesims mit zwei vergoldeten Löwen. Im zweigeschossigen Mansarddach befinden sich stehende Dachgaupen. Im Dachfirst ist mittig ein Dachreiter mit Glockentürmchen, neben dem beidseitig zwei kubische Schornsteine angeordnet sind. Das Gebäude wurde 1993 umfangreich denkmalgerecht instandgesetzt.
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Denkmal
Elite Werke - Verwaltungsbau
     
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Geotop
Roter Kamm
Hierbei handelt es sich um eine markante, vorrangig aus Quarz bestehende Härtlingszone. Der steil aufragende herausgewitterte rötliche Fels markiert einen quarzigen Eisensteingang, der sich unmittelbar auf einer mächtigen tektonischen Tiefenstörung befindet. Diese weitreichende Gera-Jachymov Störung fällt steil in die Tiefe ein und verläuft in NW-SE Richtung zwischen Thüringen und der Tschechischen Republik. Sie ist das tektonische Hauptelement der Region und wird durch das Geotop Roter Kamm markiert.  Versätzbeträge der Krustenblöcke jenseits der Störung liegen zwischen 260 und 580 m (Abschiebung). Die Gesamtmächtigkeit der Störungszone beträgt etwa 25 m, kann aber lokal auf 100 m anwachsen. Durch die Versatzbewegungen entsteht des charakteristische Bruchstückgefüge des Felses, welche wiederum von typischen Gangmineralen verkittet werden.  Der mehrere Meter aus der Umgebung herausragende teils bewachsene Gang vom Roten Kamm enthält Quarz und Schwerspat sowie Eisen- und Manganerze. Das Auftreten von rötlichem Hämatit war für das Geotop namensgebend.  
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Geotop
Geotop Scheibenberg
Das Geotop Scheibenberg ist mit seinen teils weithin sichtbaren, bis zu 30 m hohen Basaltsäulen ein wichtiger Sachzeuge des erzgebirgischen Montanwesen. Vor allem durch die Gewinnung von Sand, Kies und Basaltsteinen wurden die sogenannten "Orgelpfeifen" am nordwestlichen und nordöstlichen Hang aufgeschlossen. Die in Richtung Südwest/Nordost ausgerichtete Steinbruchwand gehörte zum größten Steinbruch des Scheibenberges. Sie besitzt eine Länge von mehr als 200 m. Die senkrecht angeordneten Basaltsäulen sind im zentralen Steinbruchbereich am höchsten und werden in Richtung Nordosten und Südwesten niedriger. Vor allem am Fuß der Sedimenthänge liegen blockschuttartig die zur Zeit des Steinbruchbetriebs abgesprengten oder natürlich umgestürzten Blöcke der Basaltsäulen. Um 1800 galt der Scheibenberg als wichtiges Referrenzobjekt im Streit um die Entstehung der Erde, dem sogenannten Neptunisten-Plutonisten-Streit.
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Denkmal
Grüner Graben
Da die Bedingungen der Wasserversorgung für die zahlreichen am Wildsberg gelegenen Zechen nicht besonders gut waren, entstand von 1678 bis 1680 der Grüne Graben als Kunstgraben.
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Denkmal
Herrenhaus Auerhammer
Vermutlich wurde ein erstes Herrenhaus bereits um 1470 errichtet. Darauf verweisen die starken Bruchsteinmauern im Erdgeschoss und eine spätgotische Türlaibung. Das Herrenhaus wurde später nach westlicher Richtung hin erweitert. Unter den Hammerherren der Schnorr von Carolsfeld, die das Hammerwerk von Mitte des 17. Jahrhunderts bis Anfang des 18. Jahrhunderts besaßen, wurde das Herrenhaus umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen der Dachstuhl und die Holzbalkendecke im Obergeschoss. Beim Umbau des Herrenhauses zu Wohnzwecken im Jahr 1886 wurde das Korbbogenportal in der Südfassade ergänzt. Das Obergeschoss des Hammerherrenhauses und die Giebel sind in Fachwerkbauweise ausgeführt. Auffällig sind die im Fachwerkverbund vorhandenen geschwungenen Andreaskreuze in unterschiedlicher Größe. Das Obergeschoss und der Giebel der Westseite des Herrenhauses sind holzverkleidet. Mittig des Dachfirstes befindet sich ein barocker Dachreiter, der 1797 mit einer Glocke ausgestattet und 1886 zum Uhrturm umgebaut wurde. 
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Alles auf einen Blick:
Ihre Karte zum Welterbe

Planen Sie Ihre Entdeckungsreise mit der Übersichtskarte im praktischen PDF-Format. Sie zeigt alle 22 Bestandteile und assoziierten Objekte der Montanregion auf einen Blick – inklusive der touristisch erlebbaren Höhepunkte. Herausgegeben wird die Karte vom Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V., der auf regionaler Ebene für das Management der Welterbestätte zuständig ist:

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Grafik mit Welterbe-Karte


Grenzenlos vielfältig und authentisch: Das UNESCO-Welterbe

 

Unsere montane Kulturlandschaft mit ihren historischen Bergstädten und lebendigen Bergbautraditionen ist weltweit einzigartig. Die 22 Bestandteile in Sachsen und Tschechien spiegeln die komplexe Geschichte der Region mit hoher Authentizität wider und eröffnen außergewöhnlich vielfältige Möglichkeiten, das Welterbe aktiv zu erleben.

 



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Der Welterbeverein ist auf regionaler Ebene für das Management der Welterbestätte zuständig. Er sorgt für den Informationsfluss zwischen den Mitgliedern und ist zentraler Ansprechpartner.

Auf der offiziellen Seite der Deutschen UNESCO-Kommission finden Sie viele spannende Hintergründe und Fakten über unsere einzigartige Kulturlandschaft.

 

Berggeschichten | Welterbe-Magazin

Spannende Reportagen und Neuigkeiten rund um das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.

 
 

Schatzkammer | Welterbe-Service

Antworten auf alle Fragen, Ansprechpartner und noch mehr Details rund um das UNESCO-Welterbe.

 
 

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Blick auf die Freiberger Altstadt
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Blick auf die Freiberger Altstadt | Foto: TMGS, Philipp Herfort Photography
Blick auf Annaberg-Buchholz
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Blick auf Annaberg-Buchholz | Foto: TMGS, Philipp Herfort Photography
Schloss Schwarzenberg
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Schloss Schwarzenberg | Foto: TMGS, Philipp Herfort Photography