Das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří

- 22 Bestandteile, zwei Länder, ein UNESCO-Welterbe -

2019 hat das UNESCO-Welterbekomitee die Kulturlandschaft Erzgebirge als Welterbe anerkannt. Zur „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“ zählen 17 Teilgebiete in Sachsen und 5 Teilgebiete im benachbarten Tschechien. Von Bergbaueinrichtungen über Städte mit charakteristischer Architektur, Wassermanagementsystemen und Transportwegen bis hin zu Halden in der Landschaft – die Montanregion ist eine vielseitige Welterbestätte, geprägt von mehr als 800 Jahren Erzgewinnung. Im Erzgebirge wurden darüber hinaus wegweisende Organisationsformen und Technologien entwickelt, die die Wirtschaft, staatliche Systeme und gesamtgesellschaftliche Umbrüche in Europa und weltweit entscheidend prägten.

Dom St. Marien in Freiberg
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Dom St. Marien in Freiberg | Foto: Silberstadt Freiberg, 599media Paul Schmidt

Alle Standorte des UNESCO-Welterbes auf einen Blick

Seit dem Mittelalter wurde im sächsisch-böhmischen Erzgebirge Erz abgebaut. Die Region entwickelte sich zur größten Silbererzquelle Europas und war Ursprung zahlreicher Innovationen. Bergwerke, wegweisende Wassermanagement-Systeme, innovative Erzaufbereitungsanlagen, Schmelzhütten und Bergstädte: Die Kulturlandschaft des Erzgebirges wurde über 800 Jahre kontinuierlich und maßgeblich vom Bergbau geprägt. Hier finden Sie alle Bestandteile und assoziierten Objekte des Welterbes auf einen Blick – ideal für Ihre persönliche Entdeckungstour.

Zur Übersicht der Welterbe-Bestandteile


Grenzenlos vielfältig und authentisch: Das UNESCO-Welterbe

 

Unsere montane Kulturlandschaft mit ihren historischen Bergstädten und lebendigen Bergbautraditionen ist weltweit einzigartig. Die 22 Bestandteile in Sachsen und Tschechien spiegeln die komplexe Geschichte der Region mit hoher Authentizität wider und eröffnen außergewöhnlich vielfältige Möglichkeiten, das Welterbe aktiv zu erleben.

 



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Die Kulturlandschaft: Geformt durch den Bergbau

 

Im sächsisch-böhmischen Erzgebirge entstand eine vielfältige montane Kulturlandschaft. Seit dem 12. Jahrhundert wurde hier Silber, Zinn, Kobalt, Eisen und Uran abgebaut und verarbeitet. Die Region entwickelte sich zu einem weltweiten Zentrum für Spitzentechnologien im Berg- und Hüttenwesen. Herausragende Leistungen in den Montanwissenschaften und die Einführung einer staatlich organisierten Bergbauverwaltung setzten neue Maßstäbe, die Bergbauregionen in der ganzen Welt nachhaltig beeinflussten.

 



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Die Bergstadt: Eine Stadt für den Bergbau

 

Mit dem Silberfund von 1168 bei Christiansdorf begann eine neue Epoche: Menschen ließen sich nieder, und mit Freiberg entstand die älteste und größte Bergstadt des Erzgebirges – ein Stadttyp, der ganz auf das Leben der Bergleute zugeschnitten war. Ab dem späten 15. Jahrhundert wurden Bergstädte planmäßig angelegt, Annaberg war die erste. Wenig später folgte Marienberg, das als erste nördlich der Alpen nach den Idealen der Renaissance entworfene Idealstadt gilt. Mehr als 30 dieser historischen Stadtzentren sind bis heute lebendige Mittelpunkte. Mit ihren typischen Straßenzügen, denkmalgeschützten Gebäuden und einer reichen Kunst- und Kulturlandschaft lassen sie den einstigen Reichtum des Bergbaus spürbar werden – und laden bis heute dazu ein, entdeckt zu werden.

 



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Die Traditionen: Alles kommt vom Bergbau her

 

Der Bergbau prägte auch die Lebensweise der Menschen im Erzgebirge. Leuchtende Schwibbögen, filigrane Pyramiden sowie Bergmanns- und Engelfiguren sind Ausdruck einer Handwerkskunst, die eng mit dem Bergbau verbunden ist – und weltweit einzigartiges Brauchtum verkörpert. Auch musikalisch spiegelt sich die Tradition wider: Bergmärsche, Weihnachtsmelodien und religiöses Liedgut begleiten viele Feste. Bis heute verstehen sich die Erzgebirger als starke Traditionsgemeinschaft mit eigener Identität. Diese besondere Atmosphäre erleben Gäste hautnah – etwa beim Bergstreittag, bei festlichen Gottesdiensten, auf Weihnachtsmärkten, bei Bergparaden oder Mettenschichten.

 



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Die Innovationskultur: Vom Erzgebirge in die Welt

 

Technologische Innovationen im Bergbau begründeten eine Innovationskultur mit weltweiter Ausstrahlung. Mit bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen wurde die Region zum Zentrum der Montanwissenschaften. An der Bergakademie Freiberg – der ältesten Bergbauuniversität der Welt – erforschte man Geologie und Mineralien, entdeckte neue chemische Elemente und entwickelte technische Verfahren sowie moderne Bildungssysteme. Innovationsgeist gehört seither zur Mentalität des Erzgebirges. Wer in gut erhaltene Bergwerke einfährt, historische Technik in Aktion erlebt oder entlang alter bergmännischer Wassersysteme wandert, begibt sich auf eine spannende Zeitreise – von mittelalterlichen Anfängen bis zu den Ursprüngen heutiger Ingenieurskunst.

 



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Der Welterbeverein ist auf regionaler Ebene für das Management der Welterbestätte zuständig. Er sorgt für den Informationsfluss zwischen den Mitgliedern und ist zentraler Ansprechpartner.

Auf der offiziellen Seite der Deutschen UNESCO-Kommission finden Sie viele spannende Hintergründe und Fakten über unsere einzigartige Kulturlandschaft.

 

Berggeschichten | Welterbe-Magazin

Spannende Reportagen und Neuigkeiten rund um das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.

 
 

Schatzkammer | Welterbe-Service

Antworten auf alle Fragen, Ansprechpartner und noch mehr Details rund um das UNESCO-Welterbe.

 
 

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Blick auf die Freiberger Altstadt
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Blick auf die Freiberger Altstadt | Foto: TMGS, Philipp Herfort Photography
Blick auf Annaberg-Buchholz
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Blick auf Annaberg-Buchholz | Foto: TMGS, Philipp Herfort Photography
Schloss Schwarzenberg
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Schloss Schwarzenberg | Foto: TMGS, Philipp Herfort Photography