Lutherkirche
Sozusagen die jüngste der drei Stadtkirchen ist die im Norden der Stadt befindliche Lutherkirche, ein eher modern und schlicht wirkendes Gebäude.
Bereits 1883, anlässlich des 400. Geburtstages des Reformators Martin Luther, wurde mit der Spendensammlung für den Kirchenneubau begonnen. Mit dem Betsaal in der neu entstandenen Sahnschule, dessen Weihe am 23. Juni 1895 vollzogen wurde, erhielt die Kirchgemeinde Crimmitschau schon damals eine zweite gottesdienstliche Stätte. Der Plan eine weitere Kirche zu bauen, wurde danach aber keineswegs aufgegeben. Die Sammlung für den „Dr. Luther-Kirchbaufonds“ wurde weiter fortgesetzt. 1912 wurde der Leitelshainer Gemeindebezirk selbständig und erhielt den Namen „Luthergemeinde“. Der Kirchenneubau wurde zur besonderen Aufgabe der Lutherparochie, unterstützt durch die Gründung eines entsprechenden Fördervereines, doch während des ersten Weltkrieges sowie in den wirtschaftlich schwierigen Folgejahren erlitten all diese Aktivitäten herbe Rückschläge.
Nach langwieriger Vorbereitung und Finanzierungsplanung erfolgt am 12. August 1935 endlich der erste Spatenstich und schon am 7. September die Grundsteinlegung. Die Gesamtbaukosten werden mit 201.950,36 Reichsmark veranschlagt.
Am 7. März 1937, nach einer Bauzeit von nur 18 Monaten und reichlich 26 Jahre nach dem Bau der Johanniskirche, erfolgt die festliche Weihe der Kirche. Damit findet zugleich das so genannte Kirchenverwaltungsprogramm, welches der langjährige verdiente erste Geistliche unserer Stadt, Oberpfarrer Schink, im Jahre 1894 aufstellte, und welches zwei neue Gotteshäuser für die Stadt Crimmitschau vorsah, seine Erfüllung.
Die Bauleitung lag in den Händen des Dresdener Architekten Prof. Oswin Hempel. Sehenswert sind im Altarraum die Fresken von Prof. Rößler, eine große Kreuzigungsszene in der Mitte sowie links beim Taufbecken die Darstellung der Taufe Jesu. Bemerkenswert ist das in rotem Mainsandstein gestaltete Relief zum Abendmahl am Altar sowie das Relief „Spinner“ als Stützfigur für die Kanzel, beides Arbeiten des Dresdener Bildhauers Dämmig. Ebenso interessant ist schließlich die Darstellung einer Engelgruppe am Haupteingang, geschaffen vom Dresdener Professor Nadler.
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