Historische Altstadt Freiberg - Alnpeckhaus (Korngasse 1)
Das auch unter dem Namen „Alnpeck-Haus“ bekannte spätgotische Freiberger Bürgerhaus Korngasse 1 befindet sich an der Südwestecke des Freiberger Obermarktes. Das Gebäude wurde in seiner Geschichte mehrfach umgebaut. Errichtet wurde es nach dem Stadtbrand 1484 um 1510 vermutlich vom Ratsherrn Hans Alnpeck (*1458 †1519), dem Vater des vorläufig letzten Freiberger Münzmeisters und späteren Freiberger Bürgermeister Andreas Alnpeck d. Ä. (*1489 †1563). Auf dem ältesten Freiberger Stadtplan aus dem Jahr 1554 findet sich beim Gebäude die Bezeichnung „Müntze“, die zwei Jahre später aus der Bergstadt Freiberg in die Residenzstadt Dresden verlagert wurde. Das zum Obermarkt giebelständige Dach des Gebäudes besitzt einen im Wesentlichen original erhaltenen Dachstuhl aus der Zeit um 1511. Zu den architektonischen Besonderheiten des Bauwerkes gehören seltene profilierte Vorhangbogenfenster im ersten Stock und ein bauzeitlicher Erker im zweiten Obergeschoss. Im Haus sind bemerkenswerte profilierte Innenportale aus der Spätgotik und Renaissance erhalten. Weitere Portale finden sich auf der Hofseite des Hauses. Das Gebäude verfügt zudem über drei Holzbalkendecken aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie über fragmentarisch überlieferte Wandmalereien aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Aus der Zeit um 1700 hat sich eine reich verzierte Stuckdecke mit den Hausinitialen JGM des Eigentümers Johann/Hans George Müller, der Hauseigentümer von 1697 bis 1724 war, erhalten. Vier größere Tonnengewölbe weisen zudem auf Vorgängerbauten hin. Zwischen 1983 und 1986 erfolgte eine umfangreiche, denkmalgerechte Rekonstruktion des Hauses, seitdem beherbergt dieses Haus eine Buchhandlung und dient als Wohnhaus.
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