Samuel Freiherr von Pufendorf
Im hiesigen Pfarrhaus wurde am 8.1.1632 der Rechtsphilosoph und Historiker von europäischem Rang Samuel Freiherr von Pufendorf geboren. Schon 1634 zog die Pfarrerfamilie Pufendorf nach Flöha. Dem Besuch der Fürstenschule Grimma folgten Studienjahre in Berlin (Theologie) und Jena (Jura). Durch Vermittlung des Bruders trat Pufendorf eine Hauslehrerstelle in Kopenhagen an. Als Ausländer unschuldig inhaftiert, entwarf er noch im Gefängnis Leitideen seines (1660 hrsg.) Buches „Elemntorum Jurisprudentia Universalis“ über ein vernunftbezogenes Rechtssystem. Kurfürst Ludwig v.d. Pfalz, berief Pufendorf 1661 auf den Lehrstuhl für Naturrecht nach Heidelberg. Radikal kritisierte er die rückständigen deutschen Zustände in seiner 1667 pseudonym hrsg. und verbotenen Schrift „De Statu Imperii Germanici“. 1668 nahm er das Professur Angebot der Universität Lund an. Von der geistigen Produktivität seines 20jährigen Schwedenaufenthaltes zeugen sein Werk über Natur- und Völkerrecht "De Jurae Et Gentium Libri VIII“ und 26 Titel zur Geschichte Schwedens. 1688 folgte Pufendorf sechs Jahre an den preußischen Hof, wo sein Werk die verdiente Würdigung erfuhr. Zur Herausgabe seiner Schriften und Erhebung in den Freiherrenstand reiste er ein letztes Mal ins schwedische Königreich. Von Krankheit gezeichnet, kehrte er nach Berlin zurück, wo er am 16.10.1694 starb. In der Nikolaikirche fand der große Staatsrechtler des 17. JH und Wegbereiter der Aufklärung seine letzte Ruhestätte.
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