Aussichtspunkt

Zwönitzer Lieblingsplatzl

Zwönitz

Heute ist die Alte Bahn mit einem herrlichen Blick ins Zwönitztal und auf die Bahnstrecke Chemnitz - Aue für Zwönitzer und Gäste ein beliebter Ort für Erholung, Sport und Entspannung.

1874 gab es einen ersten Versuch, eine private Zweigbahn von Zwönitz nach Stollberg zu errichten. Bereits ein Jahr später wurde dies aus finanziellen Gründen wieder eingestellt. Nach 15-jähriger Wartezeit wurde die Staatseisenbahn Zwönitz – Stollberg errichtet. Diese Strecke begann am Bahnhof Stollberg, am Ende der Linie Stollberg - St. Egidien, und erreicht bei einer Gesamtlänge von 16 km den Bahnhof Zwönitz. Die Bahnlinie, welche mit einer Spurweite von 1,435 m und einer Kronenbreite von 4 m angelegt wurde, durchschnitt die Ortsfluren Stollberg, Mitteldorf, Oberdorf, Beutha, Grüna, Niederaffalter, Oberaffalter, Niederzwönitz und Zwönitz. In Oberdorf-Beutha und Affalter wurden Verkehrsstellen für Personen- und Güterverkehr eingerichtet. Die Linie hatte die Aufgabe, die Produkte des Oelsnitzer Kohlebeckens für das Erzgebirge schneller zu erschließen und begann ihren Betrieb am 15.07.1889. Im August 1947 erließ die Sowjetische Militäradministration Deutschland für diese, wie auch für die Strecke Zwönitz – Scheibenberg, den Befehl, die Demontage zwecks Reparation durchzuführen. Am 20. August 1947 begann der Abriss!  Der Bahnhof Zwönitz hatte seine beiden Zweigstrecken eingebüßt. Lediglich die seit 1875 existierende Hauptstrecke Chemnitz - Aue - Adorf blieb bestehen.

Im Jahr 1949 führte die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut im Raum Affalter, Zwönitz, Lenkersdorf und Dittersdorf Erkundungen durch und beanstandete die fehlende Bahnverbindung. So wurde die entstandene Lücke wieder geschlossen. Am 04. April 1949 begannen zwei Kolonnen - von Zwönitz aus, wie auch von Stollberg - mit dem Verlegen der Schwellen und Schienen. Es standen nur alte und gebrauchte Oberbaumaterialien zur Verfügung. Am 14. Juni 1949 um 12.00 Uhr mittags war die Bahnverbindung Zwönitz - Stollberg erneut hergestellt, so dass am 01. Juli 1949 der Fahrbetrieb aufgenommen werden konnte. Die Verwendung der minderwertigen Baustoffe machte sich alsbald bemerkbar. Die Strecke wurde auf Verschleiß befahren. Mit dem Ende der Kohleförderung und dem Desinteresse der Wismut sank die Bedeutung der Bahnlinie. Die Streckengeschwindigkeit musste ständig herabgesetzt werden. Im September 1966 wurde als Ergebnis einer Besprechung in Stollberg festgelegt, den Reiseverkehr zum 10.10.1966 einzustellen und einen planmäßigen Schienenersatzverkehr (Bus) einzurichten. Die Strecke Zwönitz - Stollberg hatte ein zweites Mal aufgehört zu bestehen. Nur ganze 17 Jahre hatte die zweite Betriebsphase gedauert. Insgesamt wurde die Strecke 75 Jahre befahren. Mitte der 70er Jahre wurden die Gleise entfernt.

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