Die Dorfchemnitzer Kirche
Auf die frühe Existenz eines Kirchleins wiesen Dorfchemnitzer Altarzinsen in der Meißner Bistumsmatrikel von 1346 hin. Auch die große Kirchenglocke von 1476 entstand schon vor 1483, dem Baujahr der zweiten, älteren Kirche. Die Geistlichen hatten ihren Unterhalt weitgehend vom Ertrag des 16 ha großen Pfarrlehens zu bestreiten. Nur zu Saat- und Erntezeiten wurden zwei Wirtschaften zu Zins und Diensten für die Pfarre verpflichtet. Auch waren bei Hochzeiten „uff die Pfarre zu bringen: 1 Gerichte Fleisch…, 2 Hochzeitsbrote, 1 Kuchen, 2 Krug Bier…“! Anwachsende Einwohnerzahlen führten im letzten Drittel des 19. JH. Zum Wunsch nach einem größeren Gotteshaus. Die rustikale alte Kirche mit Vormauern und Dachtürmchen wurde 1892 abgerissen. Unter Leitung des Oelsnitzer Baumeisters Wendler konnte nach nur 15 monatiger Bauzeit die neue Kirche am 13.11.1893 geweiht werden. Zum gewohnten Kirchenensemble gehörte auch die Kantorei von 1856, deren 1998 erfolgter Abriss der neu entstandenen Brunnenanlage zugutekam. Sehenswert in der neugotischen Kirche sind - in der Vorhalle: Das Kruzifix (bäuerl.) Barock, 1697 - im Inneren: Trauernde Madonna (spätgot.); Mittelteil e. Flügelaltars – Madonna mit Kind- flankiert von 2 Heiligen (15. Jh.); Altaraufsatz mit „Korkenziehersäulen“ v. 1749, ländl. Spätbarock; Buntglasfenster; 4 eiserne Grabtafeln mit Lebensdaten spätmittelalterlicher Dorfchemnitzer Honoratiorenfamilien an der äußeren Westseite der Kirche.
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