Denkmal

Bergbaulandschaft Rother Berg - Pulverturm

Im Jahr 1750 kommt in bergbaulichen Dokumenten Kritik der Behörden hinsichtlich der Lagerung von Pulvervorräten und der Patronen zum Vorschein. Im Bericht steht: „…das Pulver nehmen die Steiger mit ins Dorf und ins Haus.“ Die Meinung der Gewerken war, dass „der Steiger in diesen kleinen Stuben (hölzerne Zechenhäuser) seine Patronen, so wie er sie in der Grube braucht, ohne Gefahr vorrichten“ kann. Aber die Diebstähle und Unfälle rissen nicht ab. Im Februar 1802 wurden 36 Pfund Pulver gestohlen. Dann kam das Unglück vom Juli 1804, da der Obersteiger Richter durch das Entzünden von Pulverpatronen verunglückte. Danach lagerte man das Pulver in den Zechenhäusern beim übrigen Materialvorrat auf. Für jede der einzelnen Eisensteingruben am Rothen Berg wurden 2 bis 3 Zentner Pulvre gelagert, was eine große Gefahr für eine nicht geringe Anzahl von Menschen mit sich zog, da die ganze anfahrende Mannschaft zum Teil mit brennendem Licht aus- und einging.

Deshalb sollte zur Erbauung eines Pulverturms unter dem St. Johanessener Zechenhaus geschritten werden. Dieser Pulverturm sollte „von dortigen Gruben gemeinschaftlich mit 3 verschlossenen besonderen Behältnissen mit Steinen erbauet und zwar mit Schindeln gedeckt, jedoch mit einer Decke von Lehm und Sand versehen werden, damit von außen kein Feuer zum Pulver gelangen kann“. Der genaue Standort wurde auf einer sehr alten Berghalde gewählt, 300 Schritt von den Gruben und 100 Schritt von der Straße entfernt. Als Material wurden Mauersteine, Kalk und Sand eingeplant. Die schmiedeeiserne Tür sollte im Hammerwerk Erla angefertigt werden. Die endgültige Ausführung realisierte den Turm mit einem steinernen Kuppeldach, was bis heute Bestand hat. Er ist im Lichten 2,9 m weit und 3,7 m hoch. Die Mauerstärke beträgt 0,7 m. Das Gewölbedach verfügt über eine Bogenhöhe von 1,4 m und ist 0,4 m stark. 1993 wurde dieses technische Denkmal instandgesetzt.

Mehr Informationen finden Sie hier

Kontakt


Navigation öffnen

Präsentiert mit freundlicher Unterstützung von:
Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V.

Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V.